Die DEFA-Stiftung setzt 2014/2015 Förderungen aus

Mit großem Bedauern beschloss der Stiftungsrat der DEFA-Stiftung auf seiner Sitzung am 13. November 2013, dass die Vergabe von Projektförderungen und Stipendien durch die DEFA-Stiftung ab 2014 auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wird. Dies gilt leider auch für 2017.

Hintergrund dieser drastischen Maßnahme ist die schwierige Finanzsituation der Stiftung, die vor allem aufgrund unregelmäßiger und deutlich geringerer Zahlungen durch die Verwertungsgesellschaften eingetreten ist. Bislang haben die Einnahmen durch die Verwertungsgesellschaften die Hälfte der Erlöse der DEFA-Stiftung ausgemacht. Seit 2011 fallen jedoch jährlich hohe Fehlbeträge an. Die von der DEFA-Stiftung vergebenen Förderungen und Stipendien, von denen insbesondere unabhängige Produzenten, Filmfestivals, Wissenschaftler, Filmhistoriker und Drehbuchautoren profitierten, sind nicht länger durch Einnahmen gedeckt.

Die DEFA-Stiftung gerät damit in Mitleidenschaft eines Konfliktes um die Höhe von Abgabenzahlungen zwischen der Geräteindustrie und den Verwertungsgesellschaften, welcher durch die Neuregelung des Urheberrechtsgesetzes im Jahr 2008 zutage trat. Bis dahin waren die Abgaben, die von den Geräteherstellern für die Möglichkeit des Kopierens künstlerischer Werke zu leisten waren, im Gesetzestext festgelegt. Diese Passagen wurden jedoch 2008 neu formuliert und insbesondere im Hinblick auf die neuen Medien ohne eine Regelung fester Tarife angepasst. Das neue Vergütungssystem erwies sich in den Verhandlungen zwischen Geräteherstellern und Verwertungsgesellschaften als nicht umsetzbar.

Derzeit laufen über einhundert Verfahren zwischen der Zentralstelle für private Überspielungsrechte und abgabepflichtigen Unternehmen zur Frage der Vergütung für private Vervielfältigungen ab dem Zeitraum 2008. Insgesamt geht es hierbei um eine Verhandlungssumme von schätzungsweise über 1 Mrd. Euro. Nicht nur die DEFA-Stiftung, auch andere Filmerbe-Institutionen und Kreativschaffende leiden unter den Auseinandersetzungen, die sich noch über mehrere Jahre ziehen können. Die DEFA-Stiftung drängt auf eine Gesetzesänderung, um Klarheit über Abgaben, Erlöse und weitere Ansprüche zu erhalten.

Die DEFA-Stiftung befindet sich über all diese Fragen im regelmäßigen Gespräch mit den Verwertungsgesellschaften; konkrete Antworten stehen allerdings aus. Erst wenn sich die Einnahmenseite der DEFA-Stiftung stabilisiert, kann die Vergabe von Fördermitteln und Stipendien wieder aufgenommen werden. – Vom Aussetzen der Projektförderungen und Stipendien sind die Förderpreise für Regisseure auf mehreren deutschen Filmfestivals und der alljährliche DEFA-Stiftungspreis ausdrücklich nicht betroffen.

Förderung

Die DEFA-Stiftung ist eine Förderstiftung. Der Stiftungszweck wird vorrangig durch die Förderung von Projekten und die Vergabe von Stipendien realisiert. Dies geschieht durch Zusammenarbeit mit Körperschaften des öffentlichen Rechts oder gemeinnützigen Körperschaften, die auf dem Gebiet der Förderung deutscher Filmkultur und Filmkunst tätig sind.

Die Stiftung verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Kommerzielle Vorhaben können von der DEFA-Stiftung nicht gefördert werden.

Die DEFA-Stiftung fördert derzeit zweimal jährlich mit einer Gesamtsumme von 250.000 €. Die Anträge können jeweils bis zum 31. März und 30. September eingereicht werden. Im folgenden Dokument und unter dem Punkt Förderrichtlinien finden Sie Hinweise, die bei der Antragstellung zu berücksichtigen sind:

Merkblatt-zur-Förderung-durch-die-DEFA-Stiftung.pdf

Die Anträge müssen jeweils bis 17 Uhr im Original in der DEFA-Stiftung vorliegen.

Zur einkommenssteuerlichen Behandlung von Stipendien möchten wir zusätzlich zum § 3 Nr. 44 EstG auf die von uns eingestellte Freistellungsbescheinigung der DEFA-Stiftung zur Körperschafts- und Gewerbesteuer des Finanzamtes für Körperschaften vom 26.01.2010 hinweisen:

Freistellungsbescheid 2006 - 2008

Steuerbefreiung-von-Stipendien-14.6.2007.pdf

 

Rolf-Richter-Stipendium