Stimmen zur DEFA

 

 

„Meine Damen und Herren, ich stehe hier, um eine Liebeserklärung loszuwerden, eine Liebeserklärung an jemanden, den es gar nicht mehr gibt […]. Ich meine die DEFA, und meine Damen und Herren, die DEFA, und das sei allen gesagt, die da immer noch einen verengten Blick haben, ist wahrlich mehr als „Jakob der Lügner“. […] Die DEFA steht vor allen Dingen, und unter einem totalitären Regime ist das noch bemerkenswerter, für hohe Schauspielkunst, für hohe Regiekunst, für Filme, die mich und viele, die hier im Saal sind und viele, die hier leben, über Jahrzehnte begleitet haben.“

 

Matthias Platzeck in seiner Ansprache bei der Verleihung der Goldenen Henne am 20.09. 2006 

 

 

 

„Die DEFA-Stiftung leistet mit der Erschließung und Auswertung der Filme nicht nur einen großen Beitrag für dieses filmische Erbe. Sie trägt darüber hinaus mit ihren Publikationen, ihren Preisen und Stipendien in hervorragender Weise zum Diskurs über bedeutende gesellschaftspolitische Fragen bei.“   

Staatsminister für Kultur und Medien Bernd Neumann in einem Grußwort zu 60 Jahre DEFA am 17.05.2006, Potsdam-Babelsberg

 

 „Es war eine wichtige und richtungweisende Entscheidung, vor zehn Jahren hier in Berlin die DEFA-Stiftung zu gründen. Sie pflegt einen wichtigen Teil unseres filmhistorischen Erbes […]. Das alles ist nicht schlechthin ostdeutsche, sondern deutsche Filmgeschichte. Und ich betrachte es als eine der wesentlichen Aufgaben der Stiftung, gerade auch im Westen unseres Landes das Bewusstsein dafür zu wecken und wach zu halten. Jeder DEFA-Film ist ein Spiegel der politischen und historischen Verhältnisse seiner Zeit.“ 

Staatsminister für Kultur und Medien Bernd Neumann in seiner Rede zum 10-jährigen Bestehen der DEFA-Stiftung 

 

  

„Die Erinnerung an die DEFA, an ihre Filmgeschichte und ihre Filmgeschichten ist durchaus treffend mit der Symbolik eines Januskopfes zu fassen und zu deuten. […] Die Geschichte einer deutschen Filmgesellschaft als Substrat von Jahrhunderthoffnungen und Irrtümern des Jahrhunderts“

  

„Für mich ist der Mai 2006 die Stunde des Erinnerns, des Bewahrens und Behaltens. Wahrlich keine mystische Totenfeier, keine makabre Totenbeschwörung. Vielmehr eine Hommage an eine deutsche Filmgeschichte der eigenen Art, mit ihren Widersprüchen, ihren Siegen und Niederlagen. Eine Hommage an Filmgeschichten, die uns weiterhin begleiten werden.“

Fred Gehler in seiner Festrede "60 Jahre DEFA" anlässlich des 60. Gründungstages der DEFA am 17.05.2006 in der Caligari-Halle Potsdam Babelsberg

 

 

„Weil zu diesem Abend der Name DEFA gehört, will ich auch hier sagen, dass wir damals Filme im Sinn hatten, die mit Wirklichkeit umgingen. Die Konflikte, wie man weiß, stellten sich ein, wenn die Filmbilder mit den Wunschbildern der Politik nicht zusammenpassten. Aber wie man auch weiß, sind wir nicht immer gescheitert.“

Wolfgang Kohlhaase in seiner Dankesrede bei der 6. Preisverleihung der DEFA-Stiftung am 23. November 2006 im Kino babylon:mitte 

 

„Jeder Anfang hat was träumerisches, und das bindet sich für mich natürlich an die Jahre bei der DEFA.  Vor allem an die ersten Jahre.“

Wolfgang Kohlhase anlässlich des 60. Geburtstags der DEFA, in einem Interview für die Abendschau des RBB

 

 

„Oft wird über Dinge geredet, die eigentlich nur ungenügend bekannt sind. Übrig bleibt das Klischee von einer staatlichen Filmproduktion, die linientreue Propaganda herzustellen hatte. Damit wird dem überwiegenden Teil der Filmleute großes Unrecht getan. […] Der Osten hat sein Erbe auch in Form von Filmen hinterlassen, guten wie schlechten. Man kann sie sich anschauen. Filme bleiben. Sie erzählen etwas über die Wirklichkeit eines Landes, das es nicht mehr gibt.“ 

Andreas Dresen über die DEFA beim Ökumenischen Kirchenempfang auf der Berlinale am 8.2.2009 

 

 

„Wissen Sie, mit Filmen ist es ja ein bisschen wie mit dem Wein. Das meiste ist leicht verderbliche Ware, aber die, die die Zeit überstehen werden mit der Zeit immer besser. Und das scheint mir auch bei einer ganzen Reihe von DEFA-Filmen so zu sein.“

Kurt Maetzig über DEFA-Filme bei der Feier zum 60. Geburtstag der DEFA in der Caligari Halle, Potsdam Babelsberg am 17.05.2006

 

 

 


„Es hat bei allen, die mit der Vorbereitung der Stiftung befasst waren, nie einen Zweifel daran gegeben, dass der DEFA Filmstock aufgrund seiner kulturellen und geschichtlichen Bedeutung vor Zersplitterung bewahrt werden muss. Es handelt sich keineswegs nur um eine juristische Notwendigkeit, die Rechte, die früher beim Staatsmonopol DEFA lagen, beisammenzuhalten. Die DEFA Stiftung ist zugleich auch eine kulturelle Instanz, die fördernde Aufgaben in der Gegenwart wie in der Zukunft hat und zu einem Diskurs mit der Vergangenheit führen wird.“

 

„Die Satzung der Stiftung erklärt den DEFA Film zum nationalen Kulturerbe. Das ist mehr als der Ausdruck eines vergangenen politischen Systems. Das war die DEFA auch. Die propagandistischen Filme der DEFA sind aufschlussreiche Dokumente über die SED Diktatur. Andererseits war der DEFA-Film aber auch eine widerspruchsvolle Reflexion der Zeit, und er brachte dabei konkrete Lebensbilder, künstlerische Subjektivität und herausragende filmische Qualität hervor.“

Staatsminister für Kultur und Medien Dr. Michael Naumann anlässlich der Gründung der DEFA Stiftung, 05.02.1999

 

„ […]viele DEFA-Filme und über den filmischen Bereich hinaus viele Kulturschaffende der ehemaligen DDR stehen eben auch für eine künstlerisch gelungene und kritische Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, mit sozialen und politischen Fragen in einem mehr als schwierigen politischen Umfeld. Und viele Filme, zwei habe ich bereits genannt, können sich auch heute im wahrsten Sinne des Wortes noch sehen lassen.“

Außenminister Frank-Walter Steinmeier in seiner Laudatio anlässlich der Ehrung von Armin Mueller-Stahl am Rande der Berlinale 2009 am 08. Februar 2009

 

"Ich denke über den Film [Spur der Steine] noch genau so, wie ich immer über ihn gedacht habe. Noch heute ist er ein guter Schluck aus der Pulle für diejenigen, meist Jüngere, die wissen wollen: 'DDR? Was ist das eigentlich für ein Ding?'"

Manfred Krug in einem Interview im Rahmen des 20. filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern am 04.05.2010

 

Matthias Platzeck
Bernd Neumann
Fred Gehler
Wolfgang Kohlhaase
Andreas Dresen
Kurt Maetzig
Michael Naumann